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Klimabündnis fordert konkreten Hitzeschutz

Nach der Hitze ist vor der Hitze

Swisttal, 14. Juli 2026: Nach der Hitzewelle im Juni und mehr als 7.900 hitzebedingten Todesfällen in Deutschland fordert das Klimabündnis Rhein-Voreifel die sechs linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises auf, die Bevölkerung wirksam vor der nächsten Hitzewelle zu schützen. 


Das Bündnis legt dafür einen Katalog kurz- und mittelfristiger Maßnahmen vor: Von klimatisierten Schutzräumen und Trinkbrunnen bis zu verbindlichen Hitzeaktionsplänen.

Der Juni 2026 war der heißeste jemals in Westeuropa gemessene Juni. Der Deutsche Wetterdienst registrierte für die Region sieben Tage mit extremer Hitzebelastung (gefühlte Temperatur von 38 °C oder mehr) sowie vier Tage mit starker Hitzebelastung; an drei dieser Tage waren zudem die Kriterien einer extremen Wärmebelastung für ältere Menschen erfüllt. 

Hohe Sterblichkeit durch die Hitzewelle

Das Robert-Koch-Institut schätzt für den Zeitraum von April bis zum 12.07.2026 7.900 zusätzliche hitzebedingte Todesfälle in Deutschland. Damit ist - nach dem halben Sommer - 2026 bereits eines der tödlichsten Hitzejahre seit Beginn der hitzebedingten Sterblichkeitsstatistik. 


Auch im Rhein-Sieg-Kreis geriet das Gesundheitswesen an seine Kapazitätsgrenzen: Erstmals wurde der Katastrophenschutz aktiviert, Notaufnahmen und Pflegepersonal waren massiv überlastet.


Die Klimaforschung zeigt eindeutig, dass Hitzewellen dieser Art an Intensität und Häufigkeit zunehmen werden – mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in diesem Sommer erneut. Die sechs linksrheinischen Kommunen des Kreises haben bereits 2022 gemeinsame Konzepte erarbeitet. Dennoch fehlen nach Einschätzung des Bündnisses in vielen Gemeinden selbst elementare Vorbereitungen; teils wird auch die Dringlichkeit der Lage von den politisch Verantwortlichen nicht erkannt. Einzelne Kommunen, z.B. Bornheim, haben dagegen bereits erste Grundlagen geschaffen.

Bisher nur wenig Hitzeschutz in den Gemeinden

Die nebenstehende Tabelle (die Sie hier herunterladen können) zeigt unsere Recherche mit Stand vom 20.07.2026 zur Verfügbarkeit von kurzfristig wirksamen Hitzeschutz-Maßnahmen. Es gibt in den sechs Gemeinden keine Hitzeaktionspläne, keine zugänglichen klimatisierten Räume und meistens unzureichende Informations- und Koordinationsarbeit. 

Daher sind unsere Forderungen so wichtig für den Hitzeschutz und die Gesundheit der Menschen in den Gemeinden in der nächsten Hitzewelle.

Kurzfristige Maßnahmen zur Umsetzung in den Gemeinden

  • Klimatisierte Räume, z.B. in Gemeindegebäuden, während Hitzewellen öffnen – einschließlich der Kirchen –, damit Menschen tagsüber Zuflucht finden, wenn ihre Wohnungen zu heiß sind. Die Online-Karten kühler Orte in den Gemeinden ausbauen und bekannter machen.
  • Trinkbrunnen priorisiert in den Gemeinden bereitstellen und Stellen aktivieren, die kostenfrei Leitungswasser für mitgebrachte Trinkgefäße anbieten („Refill-Stationen“).
  • Die Bevölkerung umfassend warnen und über Schutzmaßnahmen informieren, etwa mit den Informationsmaterialien des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. (KLUG) und des Alfterer Vereins Dialog-Gesundheit-Klima e.V. Wichtig ist es, nicht nur auf einer Webseite auf diese Materialien hinzuweisen. Viele ältere Betroffene nutzen das Internet nicht und benötigen schriftliche Hinweise.

Mittelfristige Maßnahmen zur Umsetzung in den Gemeinden

  • Hitzeaktionspläne in allen Gemeinden verabschieden und umsetzen.
  • Gesundheitseinrichtungen, Pflegeheime und -dienste, Schulen, Kindergärten und Notfalldienste umfassend auf Hitzewellen vorbereiten.
  • Dicht besiedelte Quartiere kühlen: schattenspendende Bäume pflanzen, Flächen entsiegeln, Fassaden begrünen.
  • Hitzeschutz in allen Bebauungsplänen verbindlich berücksichtigen.

Klimaschutz bleibt die wirksamste Vorsorge

„Da wir mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen und der Hitzebelastung rechnen müssen, ist es für den Schutz der Bevölkerung entscheidend, dass wir diesen Anstieg durch wirksame Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen abschwächen.“, sagt Angela Austermann, Koordinatorin des Klimabündnisses Rhein-Voreifel. Das Bündnis fordert deshalb ein deutlich größeres und rasches Engagement der Gemeinden auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Die folgenden 13 Initiativen unterstützen dieses Statement:

• ADFC Bonn/Rhein-Sieg

• BürgerEnergie Rhein-Sieg e.G.

• BürgerEnergie Rhein-Voreifel e.G.

• BUND Rhein-Sieg

• Dialog-Gesundheit-Klima e.V. (Alfter)

• Initiative Klima- und Umweltschutz, Wachtberg

• Initiative Meckenheim "Lebendige Natur versus Stein- und Plastikwüsten"

• Kidical Mass Bornheim

• Klimapatennetzwerk Rhein-Voreifel

• Landschaftsschutzverein Vorgebirge

• Parents for Future Bornheim/Swisttal/Weilerswist

• Parents for Future Wachtberg

• VCD Bonn Rhein-Sieg/Ahr


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